Masern

Definition

Definition_masernMasern sind eine Infektionskrankheit, verursacht durch einen der Paramxvovirus-Typen. Davon betroffen sind vor allem Kinder und die Krankheit kann unbestimmt während des ganzen Jahres auftreten, jedoch vor allem vorwiegend Ende des  Winters und zu Frühlingsbeginn.

Masern sind eine hoch ansteckende, zuweilen epidemieartige Krankheit. Das Virus dringt bei Husten oder Niesen einer infizierten Person über die Atemwege in den Organismus ein.

Typische Anzeichen für die Erkrankung sind gewöhnlich Hautausschlag und.

Bei ungenügender Behandlung können Masern Komplik​ationen wie Hirnentzündungen (Hirnhautentzündungen), Mittelohrenentzündungen oder bronchiale Lungenentzündungen hervorrufen.

Die Krankheit ist besonders für schwangere Frauen gefährlich.

Epidemiologie

– Im Januar 2013 hat die WHO ausgewiesen, dass sich weltweit zwischen dem Jahr 2000 und 2011 die Anzahl der Todesfälle aufgrund von Masern, um 71% gesenkt hat (von 542‘000 auf 158‘000 Todesfällen). Gleichzeitig hat sich gemäss der WHO in derselben Zeitspanne, die Anzahl von Neuerkrankungen um 58% reduziert (von 853‘500 im Jahr 2000 zu 355‘000 im Jahr 2011).

Epidemiologie_masern

Masern in der Schweiz

Im Jahr 2011 wurden 679 Fälle von Masern gemeldet, von denen 10% eine stationäre Aufnahme benötigten [Quelle: SDA, 20. April 2012].

Epidemiologie Masern-Impfung in der Schweiz

– Mehr als 4/5tel der Masernfälle in der Schweiz (insbesondere Fälle von 2008, unserer Meinung nach) betrafen ungeimpfte Personen.
– Die Masernimpfrate in der Schweiz beträgt etwa 87%. Allerdings gibt es starke interkantonale Unterschiede zwischen dünn besiedelten Kantonen wie Appenzell Innerrhoden als verdoppelt (50,4%) und bevölkerungsreiche Kantone wie Genf (89,7%) [Quelle: SDA, Mai 2011].

Gewisse Quellen vermuten, dass 85% der Kinder, die in der Schweiz leben, 2 Impfungen und 93% eine Einzeldosis dieser Impfung erhalten haben.

Darüber hinaus zeigt eine vom BAG veröffentlichte Studie, dass im April 2012 82% der Kinder zweimal geimpft wurden, was einen optimalen Schutz gewährleistet, und 10% nur eine Impfdosis erhalten haben [Quelle: SDA, 20. April 2012].
Wir wissen, dass Masern in Schach gehalten werden kann, wenn die Impfrate über 95% beträgt. Zum Beispiel in Finnland betrug die Impfrate in den Jahren 2006 und 2007 95% und es wurden in diesen Jahren keine Fälle von Masern in diesem Land registriert.

Ursachen

Ursachen_masernVerantwortlich für die Erkrankung an Masern ist ein aus der Familie der Paramyxoviridae stammendes Morbillivirus, wie im Abschnitt Def​inition genannt.

Dieses ausschliesslich im Menschen vorkommende Virus wird auf direktem Weg übertragen: durch Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit Nasen- oder Halssekreten der infizierten Person (bei Husten, Niesen der betroffenen Person). Die Übertragung auf indirektem Weg ist selten (von infizierten Personen berührte Gegenstände). Dies ist auf die kurze Überlebensdauer des Virus ausserhalb des Trägers zurückzuführen.

Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 13 Tage (Zeitabschnitt zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit). Man kann deshalb Träger des Virus sein und ihn ohne Wissen übertragen.

Aufgrund sehr leichter Übertragbarkeit des Virus und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass dadurch Masernepidemien ausbrechen, gibt es eine Impfung gegen Masern. Es handelt sich dabei um einen Kombinationsimpfstoff, wirksam gegen die Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff).

Die einmalige Erkrankung an Masern hingegen führt zu lebenslang anhaltender Immunität der Betroffenen. Es ist deshalb äusserst selten der Fall, dass diese Person erneut an Masern erkrankt. Auch eine Impfung verhilft dazu, lebenslange Immunität zu erlangen.

Risikogruppen

–  Alle noch nicht immunisierten Personen (häufig Kinder)

–  Schwangere Frauen

–  Immungeschwächte Personen

Ursachen_masernMasern sind eine besonders ansteckende Krankheit. Jede Person, die noch nicht daran erkrankt oder nicht dagegen geimpft ist, stellt eine Risikoperson dar. Das Virus überträgt sich sehr leicht, besonders an sehr vielbesuchten Orten wie in Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkten.

Das Risiko ist für schwangere Frauen, die gegen das Virus nicht immunisiert sind, noch viel grösser, weil das Risiko einer Fehlgeburt im ersten Quartal sowie zu einer Frühgeburt im zweiten und dritten Quartal der Schwangerschaft besteht. Das Risiko einer Missbildung des Fötus besteht während der gesamten Schwangerschaft.

Bei immungeschwächten Personen besteht ein Komplikationsrisiko, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung.

Symptome

Symptome_masernEinmal mit dem Virus infiziert, dauert die Inkubationszeit 8 bis 13 Tage, wie im Abschnitt Ursachen von Masern erwähnt. Die kennzeichnenden Symptome sind:

–  erhöhtes, plötzlich auftretendes Fieber

–  Rhinitis mit Nasenfluss

–  Bindehautentzündung

–  Husten

–  aufgedunsenes Gesicht

–  weissliche Flecken im Mund

Masern_symptome-  Hautausschlag in Form von leicht erhöhten, rötlichen Flecken, die 3 bis 4 Tage nach den ersten Symptomen hinter den Ohren beginnend auftreten und sich dann über das Gesicht sowie den Rumpf ausbreiten.

Man schätzt, dass nach einer Woche das Fieber und der Hautausschlag abnehmen. Allerdings kann der Husten 2 oder mehrere Wochen andauern.

Wie wir unter Ursachen gesehen haben, vermuten die Spezialisten, dass die Masern nur einmal auftreten. Es ist sehr selten, dass man ein zweites Mal an Masern erkrankt.

Diagnose

Die Diagnose von Masern wird im Wesentlichen durch die auftretenden, bezeichnenden Symptome gestellt, kann jedoch auch mit Hilfe der Serologie durch Nachweis spezifischer Antikörper im Blut festgestellt werden.

Komplikationen

Die Symptome der Masern gehen im Allgemeinen ziemlich schnell zurück und hinterlassen gelegentlich einen anhaltenden Husten. Hauptkomplikationen bei Masern sind respiratorische Suprainfektionen wie eine eitrige Nasenschleimhautentzündung, eine Lungenentzündung, eine Rachenentzündung, eine Mittelohrenentzündung oder eine Bronchitis. Masern können gelegentlich eine Hirnentzündung oder eine Hirnhautentzündung hervorrufen (neurologische Komplikationen). Diese äusserst ernsthaften Komplikationen sind jedoch eher selten (ungefähr 1:1’000).
Es gibt Fälle, in denen Komplikationen ernsthafter sein können, bei immungeschwächten Personen oder schwangeren Frauen.

Wie im Abschnitt Risikogruppe erwähnt, können Masern zur Folge haben:

Bei einer schwangeren Frau:

–  eine Fehlgeburt im ersten Quartal
–  eine Frühgeburt im zweiten oder dritten Quartal
–  das Risiko einer Missbildung des Fötus während der gesamten Schwangerschaft

Bei immungeschwächten Personen:

–  eine schwerwiegende interstitielle Lungenentzündung

Zudem kann Masern zur Erblindung führen, vor allem wenn die Hornhaut betroffen ist. Wir haben von einem Fall in Brasilien erfahren, wo eine Frau die Sicht schrittweise, aufgrund einer Masernerkrankung im Kindesalter, verloren hat. Mit etwa 50 Jahren (d.h. Jahrzehnte nach der Masernerkrankung), musste sie eine Hornhauttransplantation durchführen lassen, um die Sicht zurück zu gewinnen(schrittweise verloren).
Die Augenprobleme treten in armen Ländern (schlechte Pflege, Vitamin-A-Mangel) viel häufiger auf, als in den führenden Industriestaaten. Daher hat die WHO einen Leitfaden für Ärzte ausgearbeitet.
Nachfolgend einen Auszug der WHO:

Zu ergreifende Massnahmen, um der Erblindung aufgrund einer Masernerkrankung vorzubeugen:

Die Behandlung der Augenläsionen aufgrund einer Masernerkrankung, hängt von der Kompetenz des lokalen Gesundheitspersonals, der Medikamente und der verfügbaren Einrichtung ab. Allgemeine Richtlinien:
1. Alle Schädigungen der Augen aufgrund einer Masernerkrankung, verdienen eine Notfallbehandlung.
2. Alle Kinder, die unter einem einäugigen Sichtverlust leiden, müssen notfallmässig einen Augenspezialisten aufsuchen.

Wann Zum Arzt

IWir empfehlen Ihnen dringendst, bei einer Masernerkrankung in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen, bei zutreffenden oben erwähnten Symptomen jedoch unverzüglich, wie auch im Fall von Schwangerschaft oder bei einer immungeschwächten Peron (AIDS,…).

Wann_zum_arzt_masern

Behandlung

Zur Behandlung von Masern wird der Arzt vor allem auf symptomatische Arzneimittel zurückgreifen. Um Masern, die gefährliche, manchmal sogar tödliche Epidemien auslösen können, vorzubeugen, haben Forscher einen Impfstoff entwickelt.

a. Medikamente und Massnahmen zur Behandlung bei Masern

–  Ruhe

–  Fiebermittel (fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol)

–  Hustenmittel

–  Antibiotika (zur Vorbeugung eventueller Suprainfektionen, auf strikte ärztliche Verschreibung)

Zur Erinnerung: Das Einsetzen fiebersenkender Medikamente sind bei kleinen Kindern mit Fieber über 35.5 C° erstrangig (Risiko für Krämpfe).

Zusätzliche Bemerkung: Die Blasen oder rötlichen Flecken bei Masern jucken nicht und benötigen deshalb keine besondere Pflege, wie dies zum Beispiel der Fall ist bei Windpocken.

b. Impfstoff zur Vorbeugung von Masern

In der Schweiz gibt es für alle nicht immunisierten Personen (Kinder ab 1 Jahr) einen Kombinationsimpfstoff (gegen Masern, Mumps und Röteln = MMR, unter den Markennamen Priorix® oder MMR® erhältlich). Seit April 2008 gibt es in der Schweiz einen einfachen Impfstoff (Measles Vaccine), der nur gegen Masern wirksam ist, jedoch nicht gegen Mumps oder Röteln, es handelt sich dabei um eine einmalige Injektion.

Behandlung_masern

Bemerkung: Der Impfstoff wird 3 Tage nach der ersten Impfung wirksam.

masern_behandlung

Bemerkungen zur MMR-Impfung

– Die MMR-Impfung erfolgt normalerweise als Injektion in den Arm.
– Ein kleiner Schmerz und eine Schwellung können bei der Injektionsstelle auftreten, verschwinden aber relativ schnell wieder.
– Die Impfung ist bereits 3 Tage nach der ersten Injektion wirksam. Anders gesagt: der Organismus ist 3 Tage nach der Verabreichung der ersten Impfdosis gegen die Masern immun.
– Bei einer Impfung eines Erwachsenen (keine vorherige Impfung im Kindesalter), sollte man die 2. Dosis einen Monat nach der Ersten vollziehen. Warten Sie daher nicht mehrere Monate oder sogar 1 Jahr, wie dies bei den Kindern der Fall ist.
– Variationen beim Impfschema können je nach Land und Region beobachtet werden. Die WHO empfiehlt die erste Dosis des Impfstoffes im Alter zwischen 9 und 15 Monaten. Die zweite Dosis sollte im Rahmen eines systematischen Impfprogrammes im zweiten Lebensjahr, bei Schulbeginn oder bei Kindern unter 5 Jahren, in Folge einer Impfkampagne, durchgeführt werden. Die WHO empfiehlt, dass alle Kinder 2 Dosen der Impfung gegen Masern erhalten.
– Die WHO möchte eine Impfdeckung der ersten Impfdosis gegen Masern von mehr als 90% auf nationaler Ebene und eine Impfdeckung von 80% in allen Bezirken oder gleichwertigen Verwaltungseinheiten erreichen.
– Man sollte wissen, dass die Impfung gegen Masern in allen Ländern der Welt empfohlen wird. Die meisten industrialisierten Länder empfehlen die kombinierte Impfung MMR (Masern-Mumps-Röteln).
– Gemäss den englischen Gesundheitsbehörden (NHS), ist die kombinierte MMR-Impfung der Einfachimpfung vorzuziehen, da die Erfolgsrate höher ist. Die kombinierte Impfung ist grossflächig einfacher zu handhaben, da man bei der Einfachimpfung 6 oder mehr Injektionen (an Stelle von 2 bei MMR) durchführen müsste und damit die Abschlussrate tiefer und die Impfdeckung geringer wäre.
– Man muss streng festhalten, dass keinerlei Verbindungen zwischen der MMR-Impfung und dem Autismus oder autistischen Problemen festgestellt werden konnten [Quelle: WHO, April 2013].
– Wenn Sie krank sind, insbesondere mit Fieber oder Grippesymptome, sollte man die Impfung einige Tage nach hinten schieben, da in diesem Fall das Immunsystem nicht zu 100% arbeiten kann. Warten Sie also bis zur kompletten Genesung, bevor Sie impfen gehen.

Was soll man tun, wenn man nicht geimpft wurde oder nur eine Einzeldosis erhalten hat? [Quelle: www.info-rougeole.fr]

Alle Menschen, die seit 1980 geboren sind, sollten zwei Dosen der MMR-Impfung erhalten haben, um ausreichend geschützt zu sein. Wenn dies bei Ihrem Kind, Ihren Jugendlichen oder bei Ihnen selber nicht der Fall ist, wird eine Nachholimpfung stark empfohlen:
– Mit einer Dosis, wenn bereits eine erste Dosis erhalten wurde.
– Mit 2 Dosen, wenn noch keine Dosis verabreicht wurde. Halten wir fest, dass bei Erwachsenen (keine Impfung in der Kindheit) die zweite Injektion einen Monat nach der Ersten vollzogen werden muss. Warten Sie daher nicht mehrere Monate oder sogar ein Jahr, wie dies bei den Kindern der Fall ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder fragen Sie Ihren Apotheker um Rat. Info: Die MMR-Impfung wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Für schwangere Frauen hingegen, bei denen der Impfstoff kontraindiziert ist, gibt es eine Seroprävention (Anwendung von Gammaglobulin, die spezifische Antikörper der viralen Antigene enthalten)

Die Seroprävention wird besonders empfohlen für:

– Personen, bei denen der Impfstoff kontraindiziert ist (schwangere Frauen, Säuglinge).

– Noch nicht immunisierte Personen, die Kontakt mit einer erkrankten Person hatten (in den ersten 72 Stunden nach erstem Kontakt durchzuführen).

Alternative

Zur Verstärkung der Abwehr (durch Spurenelemente)

Es gibt kein spezifisches oligotherapeutisches Arzneimittel zur Behandlung von  Masern. Das Heilmittel Kupfer-Gold-Silber, 1 bis 2 Mal am Tag eingenommen, kann zur Verstärkung des Immunsystems beitragen. Dies ist ein förderndes Heilmittel in der Therapie gegen Masern.

Ratschläge

– Isolierung der erkrankten Person wegen hoher Ansteckungsgefahr

–  Verständigung der Umgebung (Familie, Schulen,…)

–  Viel Ruhe

–  Gegen Bindehautentzündung: waschen Sie die Augen mit feuchter Watte aus.

Ratschlaege_masern

–  Behalten Sie das Kind im Halbdunkeln, weil Licht häufig als schmerzhaft empfunden wird.

– Sehen Sie auch unter medikamentösen Behandlungen und Oligoalternative.

Vorbeugung

Die wirksamste Vorbeugung gegen Masern ist die Impfung (Kombinationsimpfstoff Masern-Mumps-Röteln MMR).

Wie übersetzt man ​Masern in andere Sprachen ?
  • Englisch: measles

  • Französisch: rougeole

  • Italienisch: morbillo

  • Portugiesisch: sarampo

  • Spanisch: sarampo

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 24.06.2014 verändert.

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